Mein Kind will nicht alleine spielen – wie wir es geschafft haben!

Von der Mittagspause zur Wecker-Zeit

Kann es sein, dass wir eine verwöhnte Generation sind? Wir Mütter? Und somit auch unsere Kinder verwöhnen – sie (und wir) keine Ideen haben, was zu tun ist, wenn alle Annehmlichkeiten wegfallen?

In mancher Hinsicht muss ich mir eingestehen: JAAAA das bin ich! 

Tierpark, Spielplatz, Schwimmbad, möglichst täglich eine Verabredung für das Kind…

Es ist so leicht, sich heutzutage davor „zu drücken“, sich mit seinem Kind zu beschäftigen.

Und wie schön ist es bitte, wenn die Kinder bei gutem Wetter einfach im Garten spielen – die halbe Nachbarschaft (also die Kinder) von Garten zu Garten hüpfen und du einfach nur was zu trinken und ein paar geschnittene Äpfel raus stellen musst… Ich liebe diese Zeit! Die Kinder haben Spaß, und ich schaffe was im Haushalt oder stelle meine Nähmaschine ins Wohnzimmer und arbeite von dort aus – anstatt oben im Nähzimmer.

Wenn dein Nachwuchs noch klein ist, und sich nicht gut alleine beschäftigen kann, dann ist dieser Text für dich.

Folgende Strategie hat bei meiner Erstgeborenen gut funktioniert:

Als ein gewisses Alter erreicht war, meinte das Töchterchen, Mittagsschlaf braucht sie nicht mehr. 

Schade.

Denn ich eigentlich schon. 

Oder zumindest: irgendwie eine Pause vom Kind – von den vielen Fragen und Ansprachen – ich wünschte mir so sehr, dass sie auch mal alleine spielt!

Aber was tun?! Sie kann ja mit drei Jahren nicht die Uhr lesen und weiss somit nicht, wann eine halbe Stunde rum ist. Oder wie lang auch immer ich sie ins Zimmer schicken möchte…

So kam mir die Idee, das wir die Pause, die Mittagsstunde „Weckerzeit“ nennen und ich ihr zu Anfang Vorschläge liefere, was sie in der Zeit alleine im Zimmer machen kann. Irgendwann kommen die Ideen von alleine – und noch besser: sie freute sich auf die „Weckerzeit“.

Ich stellte also den Wecker, legte ihn auf die Treppe, und sobald der Wecker klingelte, durfte sie wieder runter kommen & bei mir sein.

Zu Anfang habe ich nur 10 Minuten eingestellt, dann Stückweise erhöht auf 30 Minuten.

Und: Yeah! Es hat super geklappt! 

Wichtig war mir, dass sie es nicht als Strafe ansieht. Ihr Zimmer soll kein Ort sein, an den ich sie „zur Strafe“ schicke, sondern das soll ihr Wohlfühl-Ort, ihr Rückzugsort sein.

Klar, sie hat zu Anfang immer mal gefragt: „Mama, hat der Wecker schon geklingelt?“ Aber es dauerte nicht lange, bis sie gefallen dran gefunden hat.

Wichtig war mir auch, sie nicht „zu verarschen“ – sie hat den Wecker nicht gehört? Ich sag ihr bescheid – anstatt mir mehr Zeit zur „erschummeln“ – wenn sie dennoch weiter spielen wollte: super!

 Und mittlerweile, mit 9 Jahren, verbringt sie gerne Zeit alleine auf ihrem Zimmer!

Wie wir es auch drehen und wenden: jetzt ist eine neue Zeit! Alles ist geschlossen – wir Eltern sind gefragt!

Und damit wir diese „komische“ Zeit alle gemeinsam gut überstehen, möchte ich dir Mut zusprechen:

 – Mut, dir die Hände schmutzig zu machen

 – Mut, selber wieder Kind zu sein

 – Mut, einfach mal zu spielen

 – Mut, fünfe gerade sein zu lassen

Sei gesegnet & sei ein Segen!

Sally

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